EUROFESTIVAL - Zehn Bands begeistern internationale Zuhörer an drei Tagen / Nicht nur "Fools Garden" kommt an
(tik). Die Europäische Union bezeichnet sich als Interessengemeinschaft, weltweit schafft Musik Verbindungen zwischen den Menschen. So ist das Eurofestival wohl treffend benannt. Am vergangenen Wochenende rockten von Freitag bis Sonntag zehn internationale Bands die Zuhörer im Schlosspark Rennhof.
Bereits vor der offiziellen Eröffnung der Veranstaltung befanden sich auf der Wiese neben der Bühne dutzende Zelte. Offizielle T-Shirts zur Veranstaltung standen ebenso wie Getränke und Essen für die Musikfans bereit. Von der Lampertheimer Zeitung präsentiert und von dem Europäischen Litauischen Kulturzentrum Deutschland organisiert, versprach das Wochenende, ein Traum aus Rock und Gemeinschaft zu werden. Ganz im Stil der europäischen Gemeinschaft eröffnete die Leipziger Band "Dante´s Dream" das Festival (wir berichteten). Ihr Debütalbum "Episodes" gefiel den Hörern, unter anderem begeisterte der Song "Stay".
Direkt im Anschluss des ersten Gigs folgte die litauische Band "Biplan". Zusammen mit Maksas Melmanas (Gesang, Gitarre), Olegas Aleksejevas (Gitarre), Serge Grey (Bass) und Aleksndras Kazakevic (Schlagzeug) kann die Gruppierung bereits auf 13 Jahre Bühnenerfahrung zurückblicken. In ihrem Heimatland zählt "Biplan" zu den beliebtesten Pop- und Rockbands. Bereits 1997 brachten sie ihr erstes Album heraus. "Einfach gigantisch. In Litauen ist `Biplan` in, es ist toll, sie hier zu sehen. Die Atmosphäre beeindruckt mich", freute sich Besucherin Ivena Gegelovicute.
Nach einer Nacht im Zelt ging es für die rund 300 Dauergäste bereits um elf Uhr morgens mit dem Beginn eines Musik-Marathon-Tages weiter. Zuerst gab sich "PasaQa" die Ehre. Danach waren "Virge" und "Bläuen SzööK" an der Reihe. "Es ist interessant, diese besondere Mischung von Musikbands zu erleben. Aufgrund ihrer verschiedenen Herkunft ist die Klangart unterschiedlich und doch im Rock vereint", erklärte Mara Heilmann, die aus Köln angereist war. Auf dem Programm standen dabei die Lieder von ihrem neuen Album "Last band standing".
Gegen 15 Uhr fand sich die Gruppe "Blue Milk" ein und präsentierte den Musikfreunden eine Auswahl von eigenen Songs, zu vergleichen mit Bands wie The Police, U2, Coldplay oder Snow Patrol. Lutz Schumacher (Gitarre) und Tiemo Feldmann (Schlagzeug) sowie Marco Stary (Gesang, Bass) blieben den Gästen durch ihre schwungvolle und dynamische Musik in Erinnerung.
Mit Taurinta Rigertaite eroberte eine internationale Jazz- und Bluesgröße den Schlosspark. Dabei vereint die Künstlerin die verschiedenen Nationen des Eurofestivals gut: Geboren in Litauen, gewohnt in Deutschland und nun in Frankreich zu Hause, ist sie internationales Parkett gewohnt, so dass sie bereits als litauische "Musikbotschafterin" agierte und in Montreux beim "Jazz Festival 1998" auftrat. Neben litauischen Liedern zeigte sie am Wochenende ihr aktuelles Programm "Susitikimai".
Daraufhin spielten "Vielleicht "Vegas" (aus Bonn) und "Elinas" (Münster). Die Bonn- Gruppe brachte den Deutschrock an den Start. Matthias (Gesang, Gitarre), Max (Gitarre), Martin (Bass) und Christoph (Schlagzeug) rockten auf Deutsch und gefielen. Die Gruppe aus Münster spielte ihren bekannten Hit "Better way" und brachte mit ihrem Indie-Rock vor allem die weiblichen Fans zum Schmelzen. "Diesen Song kenne ich von MTV. Wahnsinn, es hat sich echt gelohnt, hierher zu kommen, obwohl nicht ganz so viele Leute da sind wie ich gedacht hatte", erklärte Vanessa Kleber.
Als "Unplugged-Duo" setzte die Band "Fools Garden" den Schlusspunkt des Samstagsprogramms und versetzten auch die letzten Zuhörer in Ekstase. Im Rahmen ihres aktuellen Projekts "Fools Garden - Closer", bei dem Peter Freudenthaler und Volker Hinkel Akustik-Versionen ihrer Songs spielen, bot das Duo eine einmalige Konzertatmosphäre. "Lemon Tree hab ich oft mitgesungen - zusammen mit meiner Mutter. Mit `Fools Garden` bietet sich ein hervorragender Abschluss dieses musikträchtigen Samstags. Ein tolles Wochenende, das ein unvergessliches Erlebnis bleibt. Das hätte ich einer Kleinstadt nicht zugetraut", schwärmte Tom Saubern aus München.
Nach der zweiten Nacht in Zelt und Schlafsack ließen die Fans mit der sogenannten "Chill-out-Jam-Session" ein Festival zu Ende gehen, das sich in seinem zweiten Jahr so weiterentwickelt hat, dass es durchaus das Prädikat "Eurofestival" verdient.